FDP-Bezirksfraktion Wandsbek

Bebauung Steilshoop:
FDP-Fraktion Wandsbek fordert Einhaltung des „Drittelmix“


11.02.2022

Die Stadt Hamburg bekennt sich klar und dezidiert zum sogenannten „Drittelmix“: Wie die Antwort der Stadtentwicklungsbehörde auf ein Auskunftsersuchen der FDP-Fraktion Wandsbek (Drucksache 21-4538.1) ergab, sieht man den gleichwertigen Anteil an öffentlich gefördertem Wohnungsbau, frei finanziertem Wohnungsbau und Eigentumswohnungsbau bei Wohnungsbauprojekten ab 30 Wohneinheiten  als „im Sinne der Mieterinnen und Mieter und im Sinne der nachhaltigen Quartiersentwicklung mit guter sozialer Durchmischung und stabilen Nachbarschaften“ als wichtigen „Grundsatz, der sich als Zielmarke zur Orientierung bewährt hat.“ Vor diesem Hintergrund fordert die Wandsbeker FDP-Fraktion einen neuen Blick auf die Bebauungspläne Steilshoop 11 und 12. „In der zurückliegenden Sitzung des Stadtplanungsausschusses der Bezirksversammlung wurden wir von Gedanken überrascht“, sagt Finn Ole Ritter, Bezirksabgeordneter der FDP-Fraktion im PLAN-Ausschuss, „in dieser Gegend in Hamburg sei Eigentumswohnungsbau eher verzichtbar. Das Gegenteil ist der Fall!“ Mehr „gute soziale Durchmischung“ gehörte zu den Kernwünschen der Bürger, Vereine und Verbände, die sich in der Initiative „Nicht mehr vom Gleichen“ und im Stadtteilbeirat zusammengeschlossen haben. Insbesondere die geplante Bebauung mit einem Wohnangebot, das die bereits vorhandenen preiswerten Mietwohnungen nur vermehrt, stößt auf Kritik: „Es wurden von der Initiative dezidiert auch Eigentumswohnungen eingefordert, damit eben nicht nur die gleichen Menschen in dem Stadtteil leben, die da immer schon leben. So sei kein gesunder Mix und auch keine Aufwertung erwartbar“, sagt Ritter. Nicht zuletzt habe auch die emeritierte Professorin Ingrid Becker (Hafencity-Universität) betont, dass die Erweiterung eines Gebietes um weitere „bezahlbare Wohnfläche“ nicht automatisch zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen führt. Finn Ole Ritter: „Diesen Haltungen schließen wir uns vollumfänglich an, eine gesunde Durchmischung, wie sie auch die Stadtentwicklungsbehörde fordert, wird ohne Drittelmix nicht erreicht!“ 

Der Antrag der FDP-Fraktion, den Drittelmix auch bei diesem Bauprojekt einzuhalten, wurde in der zurückliegenden Sitzung der Bezirksversammlung weiterverwiesen an den Stadtplanungs-Fachausschuss, der am 15. Februar tagen wird. Birgit Wolff, Vorsitzende der FDP-Fraktion Wandsbek: „Da sehen wir uns dann wieder zum Thema. Wir erwarten, dass sich die rot-grüne Koalition in Hamburg den Vorgaben ihrer eigenen Stadtentwicklungsbehörde nicht verschließt und wir uns alle gemeinsam dafür einsetzen, dass diese Vorgaben auch und gerade in Steilshoop eingehalten werden!“

Hier soll demnächst ein Siebengeschosser stehen laut Bebauungsplan „Steilshoop 11“ – Kritik gibt es aber nicht nur am Gebäudevolumen, sondern auch am Wohnungsplan: Die FDP-Fraktion Wandsbek fordert ein ausgewogeneres Angebot. (Bild: FDP-Fraktion Wandsbek)